Domschatzkammer Aachen mit neuem Lichtkonzept

Die Aachener Domschatzkammer birgt eine Sammlung von Kostbarkeiten aus der Geschichte des Aachener Doms, in dem viele Jahrhunderte lang die römisch-deutschen Könige gekrönt wurden. Aufgrund seines einzigartigen Stellenwertes wurde der Aachener Dom 1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Domschatzkammer Aachen mit neuem Lichtkonzept

Mit der Projektleitung zur Überarbeitung des Lichtkonzepts wurde unter der Ägide von Ralf Wolters das Ingenieurbüro Plan Ing Aachen betraut, das Zumtobel Partner im Lighting Competence Program ist. Die Vorgaben waren komplex: Zunächst sollte das Lichtkonzept die Betriebskosten deutlich reduzieren. Weiter waren mit einer Förderzusage des Bundes besondere Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit und die Einhaltung bestimmter Amortisationszeiten verbunden. Gleichzeitig sollte das Konzept neueste konservatorische Erkenntnisse berücksichtigen. Das bedeutete, dass das Tageslicht aus der Aachener Domschatzkammer voll ausgeschlossen und die Grundbeleuchtung auf ein Minimum reduziert werden sollte. Ebenso sollte der Umbau innerhalb von zwei Monaten und im laufenden Betrieb erfolgen, was ein hohes Maß an Flexibilität erforderte, um die Beeinträchtigung der Besucher so gering wie möglich zu halten.

Zum Schutz der Ausstellungsstücke ließ der Dombaumeister Helmut Maintz die für die Beleuchtung der Exponate in Frage kommenden Leuchten von Zumtobel durch die Experten der Photometrik GmbH Darmstadt aufwändig prüfen, um den Einfluss der Lichteinwirkung auf jedes Exponat bewerten zu können. Im Fokus stand eine LED-Lichtlösung, die eine effektive und gleichzeitig schonende Akzentbeleuchtung bei minimaler UV-/IR-Strahlung gewährleistet.

Domschatzkammer Aachen mit neuem Lichtkonzept

Zur Beleuchtung der Exponate wurde das Fasernetz beibehalten, das bereits vor der Überarbeitung des Lichtkonzeptes die historischen Objekte beleuchtete. Allerdings wurden die bisher verwendeten Niedervolt-Generatoren durch dimmbare LED-Lichtgeneratoren ersetzt. Dabei sind die neuen, im Sonderbau für Museen, Ausstellungen und Kunstgalerien entwickelten LED-Generatoren etwa doppelt so hell wie die bisherige Halogenlösung.

Um die Exponate schonend zu akzentuieren, setzte Zumtobel Arcos LED-Konturenstrahler und Arcos LED xpert sowie 200 kompakte Miniaturspots der Serie Supersystem ein. Für die Grund- und Raumbeleuchtung, die auf ein Minimum reduziert werden soll, wurden 50 LED-Downlights der Serie Panos infinity eingebaut. Darüber hinaus wurde die gesamte Domschatzkammer mit Präsenzmeldern ausgestattet, um die Kunstobjekte nur für kurze Zeit dem künstlichen Licht auszusetzen. In nicht frequentierten Räumen geht das Licht automatisch aus.

Jede Leuchte kann über ein Tablet-PC angesprochen und entsprechend der Anforderung gedimmt werden. Die LED-Technik führt nach Angaben von Zumtobel zu einer Reduktion des Energieverbrauchs von rund 70.000 kWh pro Jahr. Da die neue LED-Beleuchtung wesentlich weniger Wärme an die Raumluft abgibt, werden auch Energieeinsparungen bei der Klimaanlage zu erwarten sein, die in der Schatzkammer eine konstante Temperatur von 18°C und eine Raumfeuchte von 55 Prozent hält. Insgesamt könne man von einer Einsparung von mindestens 22.000 Euro pro Jahr ausgehen.

Domschatzkammer Aachen mit neuem Lichtkonzept

„Wir sind sehr dankbar für die überaus gute Zusammenarbeit aller beteiligten Firmen. Durch die Einhaltung konservatorischer und energieeffizienter Aspekte können wir hier in der Aachener Domschatzkammer Vergangenheit und Zukunft in ihrer schönsten Form zusammenbringen und den Domschatz für die Nachwelt erhalten“, würdigt Dombaumeister Maintz das Ergebnis.

 

Info: www.zumtobel.com

 

Impressionen aus der Domschatzkammer (Fotos: Zumtobel)