Museum für Ostasiatische Kunst Köln zeigt Ausstellung über Verbotene Stadt

Mit einem „Paukenschlag“, so ein Sprecher des Museums, nähert sich das Kölner Chinajahr seinem Ende. Das Museum für Ostasiatische Kunst in Köln präsentiert vom 20. Oktober 2012 bis zum 20. Januar 2013 die Ausstellung „Glanz der Kaiser von China: Kunst und Leben in der Verbotenen Stadt“. 90 Objektgruppen geben thematisch geordnet einen Einblick in den universellen Herrschaftsanspruch der Kaiser von China und beleuchten das traditionelle Ideal des harmonisch geordneten Staates aus der Sicht des Hofes in Beijing. Eine Auswahl herausragender Kunstwerke veranschaulicht den Geschmack und den Lebensstil, aber auch die Weltsicht der Kaiser des 17. und 18. Jahrhunderts. Im Fokus steht die Rolle des Herrschers als Himmelssohn, der für die politischen, religiösen und kulturellen Belange des gesamten Reiches verantwortlich war.Die von Dr. Adele Schlombs und Dr. Petra Rösch in Zusammenarbeit mit Jiena Huo konzipierte Ausstellung ist ausschließlich in Köln zu sehen. Sie feiert das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Beijing und Köln sowie das 40-jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Deutschland. In der letzten Zeit hat das Palastmuseum seine Schätze nur für jeweils zwei Ausstellungen pro Jahr in ausländischen Museen zur Verfügung gestellt. Dieses Privileg genießen nur Institutionen, deren fachliche und wissenschaftliche Kompetenz aus Sicht des Museums seine internationale Reputation und Anerkennung fördern. 2011 gab es eine Ausstellung im Victoria & Albert Museum in London sowie eine im Musée du Louvre in Paris. Im Frühjahr dieses Jahres zeigte das Tokyo Nationalmuseum eine Auswahl von Schätzen des Palastmuseums. Nach einer Ausstellungsdauer von drei Monaten müssen die Objekte jeweils ein Jahr lang ruhen. Die Stadt Köln und das Museum für Ostasiatische Kunst empfinden es als große Ehre, „Glanz der Kaiser von China in Zusammenarbeit mit dem Palastmuseum präsentieren zu können.Offizielle Porträts, Zeremonialgewänder, ein monumentales Glockenspiel und ein komplettes Thron-Ensemble geben Einblick in das konfuzianische Hofritual. Darstellungen ausländischer Tributgesandtschaften bezeugen die politische Vormachtstellung des Reichs der Mitte. Kultobjekte aus dem Kontext von Buddhismus, Daoismus und Schamanismus weisen die Herrscher als oberste religiöse Instanz aus und belegen zugleich ihre persönliche Frömmigkeit. Unter dem Einfluss europäischer Jesuitenmaler schufen die Künstler der Hofakademie einen feinteiligen, realistischen Stil. Ihre Bilder stellen die Kaiser als Gelehrte und Kunstsammler dar, aber auch im Kreis ihrer Familien und bei Vergnügungen in den zwölf Monaten des Jahres. Einzigartiges in den kaiserlichen Manufakturen hergestelltes Porzellan zeugt vom innovativen Ideenreichtum seiner Schöpfer und nicht zuletzt vom verfeinerten Geschmack und der hohen Wertschätzung der Herrscher. Dagegen illustrieren astronomische Messinstrumente der europäischen Jesuitenmissionare, etwa des in Köln gebürtigen Hofastronomen Adam Schall von Bell, ihr lebhaftes Interesse an westlichen Wissenschaften. Mehr als 500 Jahre lang war die Verbotene Stadt in Beijing der Sitz der Kaiser von China. Die Palastanlage gliederte sich nach dem Prinzip von Yin und Yang in einen südlichen äußeren (Yang) und einen nördlichen inneren (Yin) Bezirk. Der äußere diente den Regierungsgeschäften und offiziellen Belangen, der innere war der Wohnbezirk. 1925 erklärte die Nationalregierung die Verbotene Stadt zum Palastmuseum. Damit begann die Inventarisierung der Kunstschätze, deren Zahl auf rund 1,8 Millionen geschätzt wird. Das Palastmuseum in Beijing gilt heute in den Augen der Chinesen als zentrales Nationalmuseum. Hier manifestiert sich sichtbar die Jahrtausende alte Tradition chinesischer Zivilisation, das Palastmuseum stellt den Bezug her zwischen Vergangenheit und Zukunft. 1987 erklärte die Unesco die Verbotene Stadt zum Weltkulturerbe. 2011 zählte das Museum 14 Millionen Besucher. Sein Direktor genießt Rang und Status eines Ministers. Ihm unterstehen 2.000 Mitarbeiter. Info: www.museenkoeln.de